BRAVO.de: Nachdem du zuerst ja dachtest, die Rolle sei nicht unbedingt was für dich - was hat dafür gesorgt, dass du deine Meinung geändert hast?
Robert: "Ich glaube, mein Agent hat mich geschickt. Nein, ich hatte 'Into The Wild' gesehen und Kristen hatte mir darin gefallen. Also dachte ich: 'Sie ist gut und der Vorsprechtermin ist mit ihr zusammen, also warum nicht?'. Am Vortag war ich bei meinem Agenten und las das Drehbuch, da beherrschte ich noch nicht einmal den amerikanischen Akzent. Am Tag vor dem Vorsprechtermin konnte ich mich nicht erinnern, wie man das machte. Ich dachte: 'Das klappt alles garantiert nicht' und bekam unglaubliche Panik, als ich zum Termin fuhr. Ich glaube, deswegen hat es geklappt. Jeder, der vorsprach, hatte viel Selbstvertrauen, wohingegen ich so da saß (macht fahrige und nervöse Gesten) und das war es wohl, was den Unterschied machte. Auf jeden Fall hatte ich zuvor nicht die Absicht gehabt, dort hinzugehen."
BRAVO.de: Wünschst du dir manchmal die alten Hollywood-Zeiten zurück, als man noch nicht so viel über die Stars und ihr Privatleben wusste, und als alles noch ein bisschen geheimnisvoller zuging?
Robert: "Die Sache ist: Die Leute denke: 'Ich will all dieses Zeug wissen' aber wenn sie es dann wissen, interessiert es sie nicht mehr. Die Leute sehen dann den Film und denken: 'Der Typ hat eine Menge Unfug über seine Haare erzählt. Ist mir doch egal, was er sagt. Ich glaube kein Wort von dem, was er sagt.' Schauspieler waren früher so in ihrer Welt eingeschlossen, dass man absolut nichts über sie wusste und es viel leichter war, ihnen ihre Rollen zu glauben. Weil es solch eine Industrie geworden ist, die die Leute mit Filmen überfüttert hat, ist es jetzt ein ganz anderer Beruf, bei dem man einen Film auch promotet, in dem man mitspielt. Ich würde es absolut lieben, wenn es noch dieses Geheimnisvolle geben würde und man nichts über den Schauspieler wüsste."
BRAVO.de: Findest du es schlimm, wenn die Leute glauben, du wärst wie die Figur, die du im Film spielst? Und kommt es jetzt sogar vor, dass dich jemand mit "Edward" anspricht?
Robert: "Manchmal. Aber das ist ganz gut, weil ich dann meist nicht gleich reagiere. Wenn jemand 'Robert' ruft, dreh ich mich um, aber bei 'Edward' brauche ich eine Weile. 'Edward? Ich heiße nicht Edward. Wovon sprechen Sie?' Es ist auch lustig, weil die Leute die Filmfigur so sehr lieben, dass sie meinen, ich sei auch so in meinem wirklichen Leben, weswegen ich so ziemlich alles tun kann, was ich will und sich ihre Liebe für die Rolle überträgt. Die sagen dann: 'Du siehst irgendwie so schmutzig aus und das liebe ich.' Das hätten sie bei mir vorher nie getan, es ist nur deshalb, weil sie die Filmfigur so sehr lieben. Das ist echt lustig.“
BRAVO.de: Dreharbeiten, Promo-Reisen - du bist ja jetzt sehr viel unterwegs. Was vermisst du am meisten, wenn du dann mal so allein im Hotelzimmer sitzt?
Robert: "Ich vermisse nichts als solches, aber irgendwie bekommt man auch Angst, dass man sich nicht mehr erinnern kann, wie man vorher war, wenn man die ganze Zeit so beschäftigt ist und mit so vielen Menschen so viel redet. Ich habe Angst, dass ich unbewusst erwarte, weiter Interviewfragen gestellt zu bekommen, wenn ich in mein normales Leben zurückkehre und mit seinen Freunden abhänge. Das eigene Leben wird so eingeschränkt - das Gleiche jeden einzelnen Tag, man macht nie etwas anderes- dass man dann irgendwann nichts mehr hat, worüber man sich mit jemand anderem unterhalten kann. Das macht mir ein bisschen Sorgen. Ich vermisse nie irgendetwas wirklich. Ich schauspielere schon eine ganze Weile und war schon immer in der Lage, einfach zu gehen. Ich vermisse meinen Hund, das war’s dann aber auch schon. Ich vermisse auch meine Familie ein wenig. Naja, nicht wirklich.“
Mittwoch, 14. Januar 2009
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